Gespräch mit Ruth Noack (6)

Gespräch mit Ruth Noack

Heute Abend stand Ruth Noack wieder dem documenta 12 Pulbikum eine Stunde für alle Fragen bezüglich der documenta 12 im Salon der Orangerie zur Verfügung.

Gespräch als Podcast.

Romuald Hazoumé / Video

Romuald Hazoumé

Im neuesten Video von Lidia und Alexander Rossner von d.movies.net spricht Romuald Hazoumé über seine Arbeiten auf der documenta 12.

[…] “When I asked friends and acquaintances, people I simply met also the people involved in migration particularly illegal migration…. one woman told me the following, it was a woman, who lost her oldest child. And she said: I used to be able to eat fish but these days I can’t even go and try and catch fish, because I think that fish may well have eaten my son’s body. I don’t even feel like putting a foot in the water because if I do I have a feeling that I’d be drenched in the blood of my son.” […]

Romuald Hazoumé / Arbeiten

Dream Romuald Hazoume 01

documenta 12 Arbeiten

Zu lange wurden afrikanische Bildhauer nicht als individuelle Künstler anerkannt, und die reiche Kunst des Kontinents wurde zumeist auf Masken und Figuren reduziert. Wie ihre Ausdruckskraft die Moderne beeinflusst hat, gehört zu den noch nicht zu Ende erzählten Geschichten. Hazoumé hatte begonnen kaélétas anzufertigen, weil er verstehen wollte, warum die Yoruba Masken fertigten. Plastikkanister bilden seinen wichtigsten Werkstoff. Sie sind weit verbreitet und Archetypen nichtrecycelbaren Abfalls.

Er will den verbrauchten, missachteten Dingen etwas von ihrer immateriellen Kraft – aus den zeitlosen Realitäten Benins – zurückgeben. Hinter ihnen liegen Geschichten, sie sind wie Menschen, Dogone (1996), Agassa (1997), Citoyenne (1997), Zebra-Gieter (1997) oder Moon (2003). Die Werke vermitteln auch ein Bild der Gesellschaft, in der er lebt. Auch sie büßt jeden Tag etwas von ihrer Tradition ein. Zugleich gibt er „den Menschen der westlichen Welt das zurück, was ihnen gehört, und das sind die Abfälle einer Konsumgesellschaft“.

Für documenta 12 hat Hazoumé eine neue Arbeit installiert. Ein Boot aus schwarzen Ölkanistern ist im Begriff, von einem schönen Stück Erde abzulegen. Das idyllische Strandbild zeugt davon. Aber die Menschen werden dazu gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Sie flüchten dorthin, wo angeblich alles besser ist. Die äußere Welt, die Folgen der Geschichte nötigen sie dazu. Aber er hat einen Dream (2007), den Wunsch zu bleiben. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Das Boot setzt sich aus 421 Kanistern zusammen. Sie stehen für die Passagiere, die auf solchen Booten unterwegs sind. Es lassen sich sogar individuelle Signaturen erkennen. Hazoumé erhebt hier einen Geltungsanspruch – so korrupt die afrikanischen Länder auch sein mögen. Und man kann sich vorstellen, dass dieses Boot fahrtauglich wird, wenn alle gemeinsam die Löcher in den Ölkanistern verschließen.
(Text / d12)

Dream-Romuald Hazoume 03

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Romuald Hazoumé

Hazoume-Romuald

Geboren 1962 in Porto Novo (BJ), lebt in Porto Novo.

Ausstellungen: The British Museum, London, 2007 (GB); Guggenheim Museum, Bilbao, 2006 (ES); The Menil Collection, Houston, 2005 (US).